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Überstunden berechnen – so rechnest du Soll gegen Ist

Wie viele Überstunden hast du gerade – auf die Stunde genau? Fünf Minuten früher da, zwanzig Minuten länger geblieben: Klingt nach nichts, bis du es übers Jahr zusammenrechnest.

12. Oktober 2026 · 6 Min. Lesezeit

Das Prinzip: Soll gegen Ist

Überstunden sind die Differenz zwischen dem, was du arbeiten sollst, und dem, was du tatsächlich gearbeitet hast. Am genauesten wird es, wenn du das jeden Tag rechnest und die Differenzen aufaddierst.

Die Rechnung · ein Tag

Soll laut Vertrag8:00 h
Heute gearbeitet (ohne Pause)8:25 h
Plus heute+0:25 h

Merksatz

Jeden Tag Soll gegen Ist – dann kennst du deine Überstunden.

Soll-Stunden pro Tag ermitteln

Die Soll-Stunden stehen in deinem Arbeitsvertrag, meistens als Wochenstunden. Daraus wird der Tageswert:

Soll pro Tag = Wochenstunden ÷ Arbeitstage

40 h ÷ 5 Tage8:00 h
39 h ÷ 5 Tage7:48 h
20 h ÷ 4 Tage (Teilzeit)5:00 h

Beispiel: eine Woche

Bei 40 Wochenstunden schwankt die tägliche Arbeitszeit – wichtig ist die Summe:

Beispielwoche · Soll 40 h

Montag8:25 h
Dienstag7:50 h
Mittwoch9:10 h
Donnerstag8:00 h
Freitag7:15 h
Summe 40:40 h − Soll 40:00 h+0:40 h

Ein kurzer Freitag gleicht nicht automatisch alles aus – erst die Summe zeigt, wo du stehst.

Urlaub, Krankheit und Feiertage

  • Urlaub und Krankheit: Der Tag zählt als erfüllt – er bringt weder Plus noch Minus.
  • Gesetzliche Feiertage: Fallen aus dem Soll heraus, wenn du an dem Tag sonst gearbeitet hättest.
  • Überstunden abbauen: Ein freier Tag zum Abbau zählt dagegen als Minus – genau so baust du dein Plus ab.

Was im Einzelnen gilt, kann dein Arbeits- oder Tarifvertrag regeln – zum Beispiel bei Arbeitszeitkonten.

Stunden und Minuten umrechnen

Lohnbüros rechnen oft in Industrieminuten (Dezimalstunden), Stundenzettel meistens in Stunden und Minuten. Verwechseln kostet Geld: 8,25 Stunden sind 8 Stunden 15 Minuten – nicht 8 Stunden 25 Minuten.

Umrechnung

Minuten ÷ 60 = Dezimalstunden
8:15 h8,25 h
8:25 h≈ 8,42 h
7,8 h7:48 h

Warum jede Viertelstunde zählt

Wer seine Zeiten erst am Monatsende aus dem Kopf zusammensucht, schreibt im Zweifel weniger auf. Und kleine Beträge summieren sich – gerechnet mit etwa 220 Arbeitstagen im Jahr:

15 Minuten am Tag vergessen

pro Woche1:15 h
pro Monat≈ 5 h
pro Jahr≈ 55 h

Mehr als eine ganze Arbeitswoche – einfach verschenkt. Bei 25 Minuten am Tag sind es über 90 Stunden.

Erfass die Zeit, wenn sie passiert – nicht am Monatsende. Wie du Überstunden so festhältst, dass du sie im Zweifel auch belegen kannst, steht im Artikel Überstunden nachweisen.

Ob und wie Überstunden bezahlt oder ausgeglichen werden, regeln Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung. Kein Rechtsrat.

Häufige Fragen

Wie berechne ich meine Überstunden?+

Tatsächlich gearbeitete Stunden (ohne Pausen) minus Soll-Stunden laut Vertrag. Das machst du am besten jeden Tag und addierst die Differenzen. Positive Summe = Überstunden, negative = Minusstunden.

Wie viele Soll-Stunden habe ich pro Tag?+

Wochenstunden laut Vertrag geteilt durch die Zahl deiner Arbeitstage. Bei 40 Stunden und 5 Tagen sind das 8 Stunden, bei 39 Stunden 7,8 Stunden – also 7 Stunden 48 Minuten.

Zählen Urlaubstage bei den Überstunden?+

Ein Urlaubs-, Krankheits- oder Feiertag gilt in der Regel als erfüllter Soll-Tag: Er erzeugt weder Plus- noch Minusstunden.

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